Verschlüsselung bei Personarium: der lokale Tresor und warum wir quantensicher denken
Verschlüsselung ist bei uns kein Wort auf einer Feature-Liste, sondern ein konkreter zweiter Datenraum auf deinem Gerät. Und weil Verschlüsselung eine Zusage über Jahre ist, haben wir sie von Anfang an so gebaut, dass auch ein Quantencomputer sie nicht knacken kann.
Der Tresor ist ein zweiter Datenraum, kein Schalter
Deine normale Personarium-Datenbank liegt unverschlüsselt auf der Platte — bewusst, denn sie verlässt dein Gerät ohnehin nie, und Vollverschlüsselung ist Aufgabe deines Betriebssystems (BitLocker, FileVault). Der Tresor ist etwas anderes: eine zweite, per Passwort gesperrte Datenbank, in die du einzelne Charaktere samt ihrer Chats bewusst hineinverschiebst. Entsperrt, arbeitest du normal darin; gesperrt, ist der Inhalt ohne dein Passwort nicht lesbar — auch nicht für uns, wir kennen es nicht.
Was konkret drinsteckt
Dein Passwort wird nie direkt als Schlüssel verwendet. Es läuft durch Argon2id, eine Schlüsselableitung nach OWASP-Baseline-Parametern, die absichtlich Rechenzeit und Arbeitsspeicher kostet — das macht Rateversuche teuer. Daraus entsteht ein 256-Bit-Schlüssel für die Tresor-Datenbank selbst (SQLCipher, AES-256), und ein zweiter, zufälliger Schlüssel verschlüsselt jede einzelne Mediendatei im Tresor (XChaCha20-Poly1305). Beide Verfahren sind rein symmetrisch — das ist an dieser Stelle keine Vereinfachung, sondern die bewusste Entscheidung, auf die im nächsten Abschnitt alles hinausläuft.
Ehrlich: kein Passwort-Reset
Es gibt bewusst kein Escrow, keine Wiederherstellung, keinen Support-Weg, der deinen Tresor öffnen kann. Vergisst du dein Passwort, bleibt der Inhalt verschlüsselt — endgültig. Das ist kein Versehen, sondern die Kehrseite eines echten Schutzes: Eine Hintertür für den Notfall ist immer auch eine Hintertür für alle anderen Fälle. Aus demselben Grund lässt der automatische Backup-Lauf den Tresor grundsätzlich aus — sonst würde ein entsperrter Tresor am Ende unbemerkt unverschlüsselt in einer Cloud-Sicherung landen.
Was heute schon quantenfest ist — und was noch aussteht
Die Bedrohung heißt „harvest now, decrypt later“: Ciphertext, der heute abgegriffen wird, könnte später mit einem Quantencomputer entschlüsselt werden. Reine 256-Bit-Symmetrik wie im Tresor ist davon nicht betroffen — der bekannte Quanten-Algorithmus (Grover) halbiert die effektive Schlüssellänge nur, 128 Bit Restsicherheit bleiben außer Reichweite. Anders sieht es bei Signaturen aus: Lizenz-Tickets und der Auto-Updater sind heute klassisch mit Ed25519 signiert. Das ist bewusst so gebaut, dass sich ein zusätzlicher, quantensicherer Signatur-Algorithmus später als reines Datei-Update nachrüsten lässt, ohne das Format zu brechen — der eigentliche Wechsel wartet aber bewusst, bis die entsprechenden Verfahren ausgereift sind. Verfrüht auf unfertige Kryptografie zu wechseln, wäre selbst ein Risiko.
256-Bit-Verschlüsselung ist heute schon quantenfest — was wir vorbereiten, ist die Signatur, nicht der Schlüssel.